Information

26.11.2019

»Information ist der Kitt der Gesellschaft.«

Norbert Wiener, Mathematiker (1894-1964)



Hätte Wiener recht, dann erlebten wir heute den absoluten gesellschaftlichen Zusammenhalt. Keine Vereinzelungen, Isolationen, kaum Singles oder Einpersonenhaushalte. Zudem bräuchten wir den Sozialstaat nicht, der ja nichts anderes als die Kompensation des verlorenen Zusammenhaltes darstellt. 

Das Gegenteil ist der Fall: Die totale Information, die heute herrscht, isoliert den Einzelnen. Sie versetzt ihn in den Glauben, an allem beteiligt zu sein. In Wahrheit jedoch geht sie nicht auf den Einzelnen ein, bleibt, wie alles Virtuelle: Kino, Fernsehen, aber auch PC und Handy, auf absoluter Distanz. Mehr noch, sie drängt den Einzelnen in Bereiche, mit denen er, von seinem Naturell her gesehen, nichts zu tun hat, drängt ihn in ein Missverhältnis zu sich als Person.

Veröffentlicht am 26.11.2019 8:20 Uhr.

Zeit

24.11.2019

Die Schweiz gilt als traditionelles Uhrenland. Man denke nur an die Luxusmarken »IWC«, »Breitling«, »Omega«, »Jaeger-LeCoultre«, »Rolex« etc. Aber auch Deutschland hat bemerkenswerte Marken hervorgebracht wie etwa »Glashütte Original«, »Nomos« oder »A. Lange & Söhne«.

Interessanterweise sind die Schweizer Uhrenbetriebe fast ausnahmslos in der Westschweiz angesiedelt, während sich in Deutschland die Manufakturen auf Glashütte in Sachsen konzentrieren. Hier wie dort handelt es sich um protestantische Gegenden.

Es scheint, dass das Protestantische der messbaren Zeit den Vorzug gibt, während das Katholische die Schicksalszeit respektive die Zeitqualität bevorzugt. Anders ausgedrückt geht es darum, ob man sich dem Logos, dem Logischen, Richtigen, anheimstellt oder dem Mythos, der das Wahre verkörpert.

Mittlerweile haben sich die konfessionellen Unterschiede jedoch verwischt. Leider nicht zugunsten des Wahren, sondern zugunsten des »Richtigen«. Anstatt die Dinge beim Namen zu nennen, werden oft lediglich politische Schlagwörter rezipiert.

Veröffentlicht am 24.11.2019 11:22 Uhr.

Luxus

13.11.2019

»Luxus ist ein hartnäckiger Widersacher der Gleichheit.«

Hans Magnus Enzensberger


Sollte Enzensberger recht haben, dann gilt es, dem Luxus das Wort zu reden – der verschwenderischen Fülle, dem, was den Rahmen der normalen Lebenshaltung übersteigt.

Alles Schöne: Literatur, Malerei, Musik …, alles Individuelle, aller Adel, zählt zum Luxus und muss jenen, die als Fürsprecher der Gleichheit auftreten, ein Dorn im Auge sein. Auch das, was die Natur in ihrer Vielfalt und Fülle hervorbringt, ist im Grunde genommen purer Luxus. Andererseits ist die Monotonie ein Zeichen der Gleichheit. Sie wurde, wie man anlässlich des Jubiläums zum Mauerfall hinreichend vor Augen gehalten bekam, im Sozialismus zelebriert.

Um in einer pluralistischen Welt das Einfältige bevorzugen und fördern zu können, hat man den Mainstream geschaffen. Im Mainstream ist alles gleich und er schliesst mit Erfolg jene aus, die eine Alternative darstellen würden.

Veröffentlicht am 13.11.2019 15:25 Uhr.

Laubbläser

12.11.2019

Der Laubbläser als Abbild der Politik. Zuerst unter grossem Lärm alles aufwirbeln und dann umverteilen.

Veröffentlicht am 12.11.2019 8:38 Uhr.

Preis der Freiheit

10.11.2019

Auf Empfehlung von Vera Lengsfeld den ZDF-Dreiteiler »Preis der Freiheit« geschaut. Ein gut gemachter Film über den Mauerfall und das Ende der DDR. Insbesondere die Schauspieler brillieren: Nadja Uhl, Nicolette Krebitz, Joachim Król und vor allem Barbara Auer in der Rolle der unbeirrbaren, regimetreuen Funktionärin.

Interessant auch die Zwischentöne. So wird im dritten Teil, nachdem die Mauer bereits gefallen ist, Gregor Gysi erwähnt, der, wie es im Film heisst, die SED geschickt in die PDS umgewandelt habe. Auch eine Gruppe von Aktivisten wird gezeigt, die 89 auf die Strasse ging und für Freiheit gekämpft hat. Die Aktivisten schliessen sich nach dem Mauerfall den Grünen an, fordern aber nicht etwa eine freiheitlich pluralistische Gesellschaft, sondern einen reformierten Sozialismus.

Das ist jetzt dreissig Jahre her. In weiteren dreissig Jahren wird man vielleicht einen Film sehen mit dem Titel »Dreissig Jahre nach dem Mauerfall«. Und es würde nicht erstaunen, wenn man darin gewisse Akteure wieder erkennen würde. Andere Namen würden sie tragen und natürlich wären sie demokratisch legitimiert. Einzig deren Forderung nach Gleichheit und deren Beteuerung, dass ihr Handeln alternativlos sei, würde sie verraten. Aber das hat man damals, dreissig Jahre nach dem Mauerfall, nicht wahrhaben wollen.

Veröffentlicht am 10.11.2019 10:17 Uhr.

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