Unterhaltungsindustrie

20.5.2020

Wenn, wie Markus Krall in einem Interview bemerkt, die Unterhaltungsindustrie immer in Krisenzeiten boomt – man denke an die Dreissigerjahre – dann haben wir in den letzten zwanzig Jahren in einer absoluten Krisenzeit gelebt. Die Event-Kultur hat das öffentliche Leben bestimmt und damit von der geistigen Krise abgelenkt, durch die zumindest die westliche Welt ihre Identität eingebüsst hat.


Veröffentlicht am 20.05.2020 7:55 Uhr.

Kurzgeschichte

16.5.2020

Was vor zwei Wochen noch kaum vorstellbar gewesen wäre, ist jetzt, in Zeiten der vermeintlichen »Entspannung«, möglich geworden: Die nachstehende Kurzgeschichte ist heute in den Schaffhauser Nachrichten erschienen!


Eile mit Weile

Er werde noch ganz konfus angesichts der vielen Begriffe rund um das Virus, meinte Moritz, als wir uns – diesmal zu einem Spieleabend – in meiner Laube trafen.

Was er damit meine, fragte ich, ohne zu ahnen, dass ich mit meiner Frage in ein Wespennest stach.

»Es beginnt bereits mit dem Begriff Virus«, sagte Moritz, und man sah ihm die Erregung deutlich an. Der Virus, das Virus: Es macht mit uns, was es will. Oder sollte man sagen, was er will? Und dann all die anderen Wörter: Manifestationsindex beispielsweise.« Ob ich mir etwas darunter vorstellen könne, fragte er, während er eine Fünf würfelte und somit sein Spiel beginnen konnte.

Ohne mir Zeit für eine Antwort zu lassen, fuhr er fort, er kenne nur das Kommunistische Manifest, aber das stehe, wenn er sich nicht irre, nicht auf dem Index. – »Oder etwa Tröpfcheninfektion. Bedeutet das vielleicht, dass der, oder doch lieber das Virus, sich inkontinent verhält und sich gerade deswegen fortpflanzt?«

Die Sache sei ernst, und man müsse zurückhaltend sein mit zynischen Bemerkungen, wollte ich Moritz entgegenhalten, doch dieser war bereits beim nächsten Thema.

»Wer hat nur diese Namen erfunden?«, fragte er, und malte die Begriffe mit der fahrigen Bewegung seiner Hände in die Luft: »Corona!, Covid!«

Auch in dieser Frage konnte ich ihm nicht weiterhelfen, meinte jedoch, um auch einmal etwas gesagt zu haben, dass es Städte, einen Vulkan, eine Heilige und neuerdings sogar Neugeborene mit dem Namen Corona gebe.

Wie zu erwarten gewesen war, überhörte Moritz meine Erklärung und wiederholte, dass er allmählich ganz durcheinander sei. So neige er dazu, Wörter und manchmal sogar ganze Sätze falsch zu lesen. »Oder hast du schon einmal etwas von den Covidian Harmonists gehört?«

Plötzlich, ich wusste nicht, ob die dreifache Sechs dafür verantwortlich war, die er unglücklicherweise gewürfelt hatte, wurde Moritz ernst. »Stell dir einmal vor, der traumartige Zustand, in dem wir uns seit einiger Zeit befinden, löst sich nicht mehr auf. Würdenträger aus der Politik erklären dir mit ernster und gleichzeitig milder Stimme, dass in Kürze die ganze Welt geimpft werden solle. Dass die Grenzen abgeschottet blieben und mit Helikoptern bewacht werden müssten. Dass es auf unbestimmte Zeit verboten sei, sich einem anderen Menschen auf weniger als zwei Meter zu nähern. Dass die Maskenpflicht verschärft würde. Und dass die Regierung mit den grossen Medienhäusern eine Sprachregelung getroffen habe …«

Ich war beeindruckt von Moritz` Vorstellung, wollte jedoch erwidern, dass wir, oder unser Nachbarland, genau das schon einmal erlebt hätten. Doch wieder kam er mir zuvor: »Nein«, sagte er, »das haben wir so noch nie erlebt.«

Beide schwiegen wir für einen Moment.

Und dann, nachdem er vergeblich versucht hatte, mit einer Fünf zurück ins Spiel zu kommen, sagte Moritz noch: »Wenn tatsächlich ein unredliches Kalkül dahinter stehen würde? – Jedenfalls wäre es dann egal, ob es der oder das Kalkül heisst.«


Veröffentlicht am 16.05.2020 7:21 Uhr.

Neue Normalität III

13.5.2020

In meinem 2009 erschienenen Roman »Der Schlüssel« heisst es auf Seite 35:

»Erst als der Interviewer fragte, ob solche Methoden auch in diesem Land angewendet würden, wandte sich Kilian wieder der Sendung zu. Die Antwort fiel negativ aus. Man sehe hier keinen Bedarf. Allerdings, fügte der Beamte an, könne man sich für die Zukunft solche Identifikationsmethoden schon vorstellen. Der Pass entfiele dann, was ein grosser Vorteil wäre, und niemand könne mehr verloren gehen.

›Ausser man verlegt den eigenen Schlüssel‹, bemerkte Kilian lakonisch. Er hörte gerade noch, wie davon gesprochen wurde, dass der Mikrochip in eine normale Impfung eingefügt werden könne – dann schaltete er ab.«



Veröffentlicht am 13.05.2020 9:51 Uhr.

Kein Ende in Sicht?

11.5.2020

GMX-News: «Pandemie könnte zwei Jahre dauern. – Experten raten Behörden dazu, sich auf den Fall der Fälle vorzubereiten.«

Dass die Pandemie noch zwei Jahre dauern wird, ist eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist hingegen, dass die behördlichen Massnahmen, die sich in der Beschränkung oder gar Aussetzung der Bürgerrechte zeigen, noch zwei Jahre dauern werden. Vielleicht sogar noch länger.


Veröffentlicht am 11.05.2020 18:11 Uhr.

Medien

7.5.2020

Ohne ein Sympathisant der amerikanischen Politik oder des amerikanischen Präsidenten zu sein, muss festgestellt werden: Wenn Trump die Person wäre, zu der ihn praktisch sämtliche westlichen Medien seit seiner Wahl machen, wäre er längst nicht mehr an der Macht, oder Amerika wäre zu einem despotischen Staat oder Drittweltland geworden, vielleicht sogar untergegangen und von der Landkarte verschwunden.



Veröffentlicht am 07.05.2020 7:44 Uhr.

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